Was macht eine Stadt lebenswert? Wo kommen unsere Lebensmittel her, was wächst hier und gibt es im März eigentlich schon Johannisbeeren? Und wer sind die Menschen in meiner Nachbarschaft?
Diese und viele andere Fragen wollen wir von der Kleinen Wildnis gemeinsam mit den Bewohner:innen von Hedelfingen diskutieren und in der Praxis erlebbar machen. Dafür laden wir Dich / Sie ein, in einem gemeinschaftlichen Projekt unseren Stadtteil essbar und die Nachbarschaft miteinander bekannt zu machen. So können die Nachbar:innen aktiv Verantwortung für die Gestaltung des öffentlichen Raums und die eigene Ernährung übernehmen und sich Wissen aneignen über die Entstehung von Lebensmitteln. Außerdem setzen wir der Klimakrise aktiv etwas entgegen mit der Aufwertung oder Umnutzung von Flächen und dem Aufbau eines tragfähigen Netzwerks unter Nachbar:innen, die sich kennen und füreinander da sein können.
Neben kleinen Signalinseln im Stadtteil, wo Sträucher, Nuss- oder Obstbäume gepflanzt werden, soll auf einer größeren Projektfläche ein Waldgarten entstehen. Gemeinsam mit den Anwohnenden wird geplant, gepflanzt, gepflegt und geerntet.
Es gibt viele Möglichkeiten, das Projekt kennen zulernen und sich zu beteiligen. Denn um den Stadt-teil essbar und nachbarschaftlicher machen zu können, brauchen wir Dich / Sie: beim Ausdenken, Planen, Gießen, Jäten, gemeinsam Wirken.
Die Essbare Nachbarschaft ist ein Projekt von der Nachbarschaft für die Nachbarschaft. Wir freuen uns über rege Beteiligung.
Für Rückfragen und zum Austausch stehen wir gerne zur Verfügung, Kontaktaufnahme über modellprojekthf@riseup.net.

Hintergrund zum Pilotprojekt Hedelfingen der Essbaren Stadt Stuttgart
Nach dem Aufbau von Initiativen und Netzwerken für eine Essbaren Region hat sich 2023 der Stuttgarter Gemeinderat für die Erarbeitung eines Konzepts für eine „Essbare Stadt Stuttgart“ ausgesprochen.
„Als ökologisches Bildungsprogramm soll die „Essbare Stadt“ die Stadtgesellschaft informieren, wie Lebensmittel und deren Anzucht, Ernährung sowie Umweltbedingungen zusammenhängen. Die Zivilgesellschaft wird in dieses Bildungsprogramm aktiv einbezogen, indem Anwohner*innen städtische Grünflächen vor der eigenen Haustür zur Verfügung gestellt werden und diese gemeinsam mit der Nachbarschaft bepflanzt werden.“ Haushaltsantrag Gemeinderat, Dezember 2023
2025 bis 2027 wird dafür in Hedelfingen ein Modellprojekt durch die zivilgesellschaftliche Initiative „Kleine Wildnis“ und dem Garten-, Friedhof- und Forstamts (GFF) durchgeführt. Auf dieser Basis wird vom GFF ein Konzept für ganz Stuttgart erstellt. Bereits seit 2021 hatte die Kleine Wildnis begonnen in Kooperation mit der Steinenbergschule, der Kindertagesstätte, der Kirche, der Diakonie und Nachbar:innen in Hedelfingen auf privaten Flächen und in öffentlichen Parks essbare Beerensträucher und Beete im unmittelbaren Umfeld der Wohnhäuser anzulegen und Diskussionsräume zu den Themen Ernährung und Klima zu gestalten. Ab jetzt sollen auch mit der Nachbarschaft aktiv Möglichkeiten einer Ernährungssouveränität erprobt werden auf Flächen direkt vor ihren Haustüren.
Über die Kleine Wildnis
Die kleine Wildnis ist ein Ort für Ökologie, Bildung und Gemeinschaft. Wie haben eine globale Perspektive, die wir mit lokalem Handeln zusammenbringen, wir verknüpfen Themenfelder und übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt und unser Umfeld. Mit dem Ökologie-Projekt „Kleine Wildnis“ entwickeln wir ein Gefühl für Subsistenzwirtschaft, lernen aus der Geschichte und von altem Wissen und stärken unser Bewusstsein für lokale und saisonale Ernährung.
Wir glauben, dass es im Kleinen gute Antworten auf die großen Krisen unserer Zeit gibt und wir suchen nach Wegen, die wir dafür jeden Tag gehen können. Um möglichst viele Perspektiven, Lösungsideen und die Menschen dahinter kennenzulernen, ist die Kleine Wildnis viel unterwegs: auf unseren Beeten des Gemeinschaftsgartens in der Ruiter Straße, auf den öffentlichen Beeten des Stadtteils Hedelfingen und in Landwirtschaftsbetrieben, den urbanen Gärten und Initiativen der Region, die die gleiche Motivation antreibt, wie uns – Stuttgart und die Region essbarer und lebenswerter zu machen.
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