Unsere Welt ins Gleichgewicht bringen

Die essbare Stadt ist ein grüner Teppich zwischen Wohnhäusern. Unsere Welt ist im Ungleichgewicht und deswegen leiden Natur und die Menschheit. Wir können die Klimakatastrophe nicht mehr verhindern. Aber wir können gemeinsam etwas für Natur und Menschen tun. Wir können die Autostadt zur sozialen Wald-Garten-Stadt machen. Wir können in einer Stadt leben, in der sich Nachbar*innen neu kennenlernen und wir alle der Natur neu begegnen. Wir können statt Asphalt Grünflächen schaffen, Obstbäume und Kräuter pflanzen, um das wieder zu entdecken, was für die Menschheit Jahrtausende lang das Heiligste war: Unser fruchtbarer Boden. Pflanzen, die teilweise unsere Ernährung abdecken. Pflanzen, die unsere Häuser beschatten, um uns vor der Hitze zu schützen. Schwamm-Böden, die das Wasser auffangen können, um uns vor Überschwemmungen zu schützen. Nachbarschaften, die sich um ihre Umwelt und um ihr Viertel kümmern, statt weg zu sehen. Und Bäuer*innen der Region, mit denen wir uns zusammen tun, statt beim Welthandel mit zu machen.

Durch das Wachstum der Städte zu Großstädten und Megacitys ist zu viel Boden mit Asphalt bedeckt worden. Zu viele Menschen leben zwischen Beton, statt zwischen Pflanzen. Grenzenloses Wachstum ist ein historischer Fehler. Beton und Asphalt sind wie Krebs über unsere kostbaren Böden und Landschaften gewachsen. Umgeben von Wald, durchflossen von Mineralwasser und umrundet vom Neckar, könnte Stuttgart eine Oase sein.

Die essbare Stadt ist eine Wald-Garten-Stadt, die aus Nachbar*innen Freund*innen macht, aus Hitze Schatten, aus Straßen Beete, aus Armut Unterstützung. Stuttgart kann eine Stadt sein, die keine CO2-Schleudern (wie Autos) exportiert, die keine Lebensmittel importieren muss und in der keiner frieren muss. Sparen wir uns die Energie lieber bei der klimaschädlichen Industrie. Eine essbare Stadt bedeutet, eine soziale Stadt zu sein. Das bedeutet, Nachbar*innen zu haben, die zusammen die Klimakatastrophe meistern und die Hass und Hetze eine Absage erteilen.

Lasst uns das Naheliegendste versuchen: Nehmen Sie die Hand ihrer Nachbar*in in die eine, nehmen Sie Saatgut in die andere Hand und lassen Sie uns die Stadt zum sozialen Wald-Garten-Paradies machen. Sehen wir nicht länger weg, sehen wir die Vielzahl der sozialen Projekte, der Nachbarschaftshilfen und der urbanen Gärten und sehen wir darin eine gerechte und friedliche Zukunft, trotz Klimakatastrophe. Gemeinschaft und fruchtbare Böden sind ein Reichtum, dessen Wert wir nicht hoch genug schätzen können und der uns eine gerechte Zukunft verspricht. Schenken wir uns diesen Reichtum, schenken wir uns eine Zukunft.