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Die biologische und die gesellschaftliche Vielfalt sind bedroht

Es gibt rund 75.000 essbare Pflanzenarten. Davon decken gerade einmal 20 unterschiedliche Arten etwa 90 Prozent der Welternährung ab. „Auch in Deutschland werden nur 25% der vielen verschiedenen Gemüsesorten tatsächlich noch genutzt!“, sagt Saatgut-Erhalterin Mechthild Hubl von den Vielfaltsgärtnern von den Fildern und Mitglied des Genbänkle e.V.

Diese Verarmung zeigt sich aber nicht nur in der Natur. Auch in unserer Gesellschaft sind Zusammenhalt und Vielfalt bedroht – durch wirtschaftlichen Konkurrenzdruck, menschenfeindliche Hetze und die Verbreitung von Desinformationen.

Die „Essbare Region“ setzt dagegen ein Zeichen. Sie vereint zahlreiche Initiativen aus Stuttgart, die gemeinsam daran arbeiten, ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Ernährungssouveränität sowie Gemeinschaft in der Region zu stärken. Sie vernetzt bestehende Initiativen, entwickelt gemeinsame Perspektiven und macht die Vielfalt der Region sichtbar. So wie die Streuobstwiesen Süddeutschlands als Hotspots der Artenvielfalt gelten, versteht sich das Netzwerk „Essbare Region“ als Hotspot der Vielfalt – hier gedeihen verschiedene Alternativen des Wirtschaftens, Zusammenlebens und des Umgangs mit natürlichen Ressourcen und zeigen, wie vielfältig die Welt von morgen schon heute sein kann.

„Deshalb ist die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen und kleinen Äcker, die von Gruppen, Pächter:innen oder Eigentümer:innen in der Freizeit oder im Nebenerwerb bewirtschaftet werden so wichtig!“, betont Bernhard Lehr von den Stuttgarter Sensenschwingern und stellt weiter klar: „Als Gegenmodell zur großflächigen monokulturellen Landwirtschaft bieten diese Art der Bewirtschaftung eine wichtige Grundlage und ein riesiges Potenzial für die Region. Sowohl auf ökologischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene.“

„In der solidarischen Landwirtschaft schaffen wir Strukturen, die diese Vielfalt ermöglichen, weil wir uns von rein marktwirtschaftlichen Zwängen unabhängig machen“, fasst Susana Costa von der Solidarischen Landwirtschaft Stuttgart e.V. zusammen und führt weiter aus: „Eine essbare Region entsteht dort, wo Menschen sich zusammenschließen, Verantwortung teilen und ihre Ernährung als Teil eines lebendigen sozialen und ökologischen Gefüges verstehen.“

„Als Netzwerk orientieren wir uns am Konzept der Ernährungssouveränität, um die Kontrolle über unsere Ernährung zurückzuerlangen und aktiv an der Zukunft mitzuwirken“, so Lina Neubeck, die jeden 2. Freitag im Monat in die Commons Kitchen zum gemeinsamen Kochen, Lernen und Teilen einlädt. Die Gesundheitstrainerin Lina Neubeck inspiriert dazu, Verantwortung zu übernehmen und Teil einer Bewegung zu werden, die auf Vielfalt und Gemeinschaft setzt. „Jeder darf sich einbringen, Ideen verwirklichen und durch gemeinsames Handeln die eigene Gesundheit und die der Gemeinschaft positiv beeinflussen. Gesundheit ist kein starres Ziel – sie ist ein dynamischer Prozess, den wir aktiv gestalten können“, führt sie dazu aus.

Das nächste Netzwerk-Treffen aller Akteur:innen der „Essbare Region“ findet am 25. Mai auf der Uhlbacher Allmende statt, dem ersten Gemeinschaftsprojekt des Netzwerks. Dort pflanzen und pflegen kleine Gruppen von Menschen für die Allgemeinheit beerntbare Flächen mit dem Ziel Kommunikation zu schaffen.

Gezeichnet,
Netzwerk Essbare Region
Und:
Commens Kitchen
Foodsharing-Cafe Raupe Immersatt
Kleine Wildnis
Plattsalat West
Samentauschmarkt der Stadtteilinitiative Stuttgart
Solidarische Landwirtschaft Stuttgart
Stuttgarter Sensenschwinger
Uhlbacher Allmenden
Unverpacktladen Wandel.Handel
Vielfaltsgärtner von den Fildern

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Essbare Region: